Gegen Ende der Regierungszeit von Kaiser Augustus entstand im ersten Jahrhundert nach Christus das nach dem Kolosseum von Rom zweitgrößte römische Amphitheater: die Arena von Verona. Ursprünglich befand sie sich außerhalb der Stadtmauern.
Erst zur Zeit der Barbareninvasionen wurde die Arena im Jahre 265 von der durch Kaiser Gallieno erbauten Stadtbefestigung eingeschlossen. Die Überreste dieser Befestigung sind noch heute nahe der Arena auf der Piazzetta Mura Gallieno zu sehen.
Die Arena hat einen ellipsenförmigen Grundriss, der in Höhe der beiden Tore eine Länge von 138,77 Metern aufweist. Das Oval im Inneren, einst Kampfplatz der Gladiatoren, misst in seinen beiden Achsen 73,68 bzw. 44,53 Meter. Die „Cavea“, der sich an den Seiten hochziehenden Zuschauerraum, wird von 45 jeweils 45 Zentimeter hohen Steinstufen gebildet. Die Stufenreihen bieten Platz für 22.000 Menschen, im inneren Oval können noch einmal 3.000 Menschen Platz nehmen.

Noch bis ins zehnte Jahrhundert war die Arena fast vollständig erhalten. Erst ein Erdbeben im elften Jahrhundert brachte die Außenmauer zum Einsturz. Bis heute erhalten ist die „Ala“, ein Flügel der Außenmauer aus fünf Pilastern und Arkaden, der eine Vorstellung vom ursprünglichen Ausmaß des Bauwerks vermittelt.
Seit dem zwölften Jahrhundert setzte sich die Bevölkerung Veronas für den Erhalt der Arena ein. So kam es, dass sie nicht wie z.B. das Kolosseum in Rom als Steinbruch genutzt wurde, sondern durch die Jahrhunderte stets geschützt und gepflegt wurde. Heute gilt die Arena di Verona als das besterhaltene Amphitheater aus römischer Zeit.